Die Lehrgäng in Zusammenarbeit mit den BFIs gliedert sich in 19 Module, die im folgenden näher beschrieben werden:

Startmodul

Am Beginn des Lehrgangs steht das gegenseitige Kennenlernen der TeilnehmerInnen. Ziel ist es,

eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen als tragfähige Basis für das experimentelle Lernen.

Es wird die persönliche Konfliktgeschichte der TeilnehmerInnen beleuchtet und ein einführender Überblick

über den Themenbereich Mediation erarbeitet.

Kommunikation

Kommunikative Fähigkeiten sind das Hauptwerkzeug der MediatorInnen. Es gibt daher 2 Spezialmodule zu diesem

Themenbereich. Im ersten Modul geht es u.a. um eine Sensibilisierung der TeilnehmerInnen in Bezug auf

eigene Denkschemata, vorurteilsfreies Hören, Frageformen und empathisches Agieren. Im zweiten Modul

werden jene speziellen Kommunikationstechniken trainiert, die ein Mediator/eine Mediatorin für die zielführende

Begleitung durch einen Mediationsprozess benötigt.

Grundlagen der Mediation

Dazu gibt es insgesamt 3 Module. In ihnen wird der reguläre Ablauf einer Mediation geübt. Die einzelnen

Phasen einer Mediation werden theoretisch detailliert behandelt und in Rollenspielen praktisch umgesetzt.

Dabei werden die TeilnehmerInnen erstmals die klassische Rolle des Mediators/der Mediatorin einnehmen

und versuchen eine allparteiliche Haltung in die Praxis umzusetzen.

Selbsterfahrung

Der Blick auf die eigene Persönlichkeitsstruktur und Reaktionsweisen im Zusammenhang mit Konflikten ist

für jeden angehenden Mediator und jede angehenede Mediatorin  von großer Bedeutung.

In diesem Modul stehen sie und ihre Auswirkungen bei der Durchführung einer Mediation im Mittelpunkt.

Familienmediation

Für diesen Themenbereich sind 2 Module vorgesehen. Aufbauend auf die 3 Module Grundlagen der Mediation

werden hier spezielle familienbezogene Akzente gesetzt. Eines dieser Module widmet sich schwerpunktmäßig

scheidungs- und familienrechtlichen Themen und ihrer Einbeziehung in die Mediation. Im 2.

Modul geht es um psychologische Aspekte in der Scheidungsmediation, wie der Trennung von Paar- und

Elternebene und dem Wohl der betroffenen Kinder.

Konflikttheorie

Eine professionelle Mediationsarbeit setzt voraus, dass ein umfangreiches Grundlagenwissen über Konflikte

vorhanden ist: Wie entstehen Konflikte, was treibt sie in die Eskalation, welche typischen Verhaltensmuster

in Konflikten gibt es, wie analysiert man vorhandene Konflikte und welche Möglichkeiten der Bearbeitung

gibt es?

Wirtschaftsmediation

In 3 Modulen werden Konflikte am Arbeitsplatz innerhalb von Organisationen und zwischen verschiedenen

Unternehmen behandelt. Entsprechende Fälle aus der Praxis werden genau analysiert und im Rollenspiel

Schritt für Schritt mit Mediation bearbeitet. Es werden auch speziell im Wirtschaftsbereich sinnvolle Kreativitätstechniken

zur Lösungssuche vorgestellt. Gemeinsam mit den TeilnehmerInnen werden Strategien für die

Akquisition eines Praxisfalles und Aktivitäten zum Marketing von Mediatoren und Mediatorinnen besprochen.

Supervision

Die Bearbeitung des Praxisfalls durch die TeilnehmerInnen wird durch zwei Supervisionsmodule und 3 Stunden

Einzelsupervision unterstützt. Sie bieten Raum für professionell begleitete Reflexion, fachliche Analyse,

Hilfestellung und ein Aufmerksam werden auf eigene blinde Flecken, die der erfolgreichen Mediationsarbeit mit

KlientInnen im Wege stehen.

Recht in der Mediation

In diesem Modul geht es um folgende Fragestellungen: Wieviel rechtliches Know How ist hilfreich bzw.

notwendig, um eine Mediation verantwortungsvoll durchführen zu können? Wie erwirbt man sich

das nötige rechtliche Wissen und wie setzt man es so ein, dass es den Mediationsprozess unterstützt

ohne ihn zu dominieren? Darüber hinaus geht es auch um die gesetzlichen Rahmenbedingungen der

Tätigkeit eines Mediators /einer Mediatorin.

Mediation mit Großgruppen

Wenn in der Mediation die Parteien nicht Einzelpersonen sind, sondern aus größeren Gruppen bestehen,

so erfordert das ein erweitertes und komplexeres Handlungsrepertoire des Mediators / der Mediatorin.

Das ist z. B. in der Umweltmediation der Fall. Konkrete Praxisbeispiele dazu werden erörtert und geübt.

Mediation im sozialen Bereich

Gerade im sozialen Bereich ist Mediation ein mittlerweile bekanntes Verfahren, von dem man sich viel erhofft.

Dieses Spezialmodul widmet sich u.a. den besonderen Anforderungen der Schulmediation, der Mediation im

Non-Profit Bereich und der Arbeit mit KlientInnen, die extrem hohe Emotionen zeigen.

Abschlussmodul

Für den erfolgreichen Abschluss dieses Diplomlehrganges ist die Bearbeitung und Dokumentation eines Praxisfalles

erforderlich. Beim Abschlussmodul werden die Praxisfälle präsentiert, mit der Lehrgangsleitung und

den anderen TeilnehmerInnen genau analysiert und die dabei gewonnen Erfahrungen im Hinblick

auf zukünftige Einsatzmöglichkeiten ausgewertet.